Agenda 2010 in der öffentlichen Meinung

Agenda 2010 in der öffentlichen MeinungDie steigenden Strompreise unserer Zeit – wenn ein günstigerer Tarif gesucht wird, ist die Seite strompreisvergleich.org zu empfehlen – haben nichts mit dieser Agenda zu tun. Die noch aus den Tagen des Altbundeskanzlers Schroeder stammende Vorlage zur Agenda 2010 stellte ein Papier dar, das in die kurze Worte des damaligen Kanzlers gefasst “Wir werden Leistungen des Staates kürzen”, einiges an Aufregung vermittelte. Es ging schon damals als grundsätzliche Zielsetzung darum, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, für weniger Arbeitslose zu sorgen. Letztlich stellte die Agenda den Plan für einen kompletten Umbau des Sozialsystems in der Bundesrepublik dar.

Ein unterstützenswertes Unterfangen, doch eine Neuregelung im wirtschaftlichen Bereich nämlich die Lockerung des Kündigungsschutzes, stieß auf großes Unverständnis. Viele andere Vorsätze wurden jedoch durchaus positiv angenommen. So zum Beispiel der Vorsatz, besondere Ausbildungsangebote für Jugendliche bereitzustellen, allgemein die Lohnnebenkosten zu kürzen, Betriebsgründungen einfacher zu gestalten. Auch im Bereich der Bildungspolitik sollten verschiedene Ansätze umgesetzt werden. So wurde in der Agenda geplant, die Bildungsausgaben des Staates um ein Viertel zu erhöhen. Des Weiteren war angedacht, die BAföG-Gesetzgebung zu novellieren und hohe Investitionen in die Ganztagsschulen zu tätigen.

Die einschneidendste Änderung war jedoch die Einführung des ALG 2 in Höhe des Sozialhilfesatzes. Mit diesem Gesetz, so der Aufschrei aus der Bevölkerung, würden Arbeitslose auf dieselbe Stufe wie Sozialhilfeempfänger gestellt, die geringen Spielräume, welche die Freibeträge ließen und die Neuregelung der Zumutbarkeit für Arbeitsangebote seien ungerecht. Ebenfalls negative Aufmerksamkeit erlangte die neue Regelung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele der bisher ohne Nachfrage gewährten Leistungen wurden gestrichen, ein Selbstkostenanteil wurde eingeführt, genauso wie eine Praxisgebühr. Ferner wurde die Zuzahlung bei den Medikamenten erhöht. Allgemeine Kritikpunkte der Gegner aus diversen Lagern waren immer der angeblich ungute Einfluss der Agenda auf das Konsumverhalten, die Abdrängung von Arbeitslosen aus ihren gewohnten Berufsbereichen, die Schaffung einer Zweiklassenmedizin, eine lediglich kurz andauernde Wirkung auf die Rentenproblematik.

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Konzept der deutschen Bundesregierung in 2003
    In den Jahren 2003 bis 2005 setzte die deutsche Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder die von ihm sogenannte "Agenda 2010" um.Als Ziel galt: Man wollte das Wirtschaftswachstum fördern – dies ...
  • Gibt es auch eine Agenda 2011?
    Jede Regierung sollte auch eine Agenda, also einen Aktionsplan haben. So kann man eigentlich sicher sein, dass, in gewisser Weise, auch eine Agenda für das Jahr 2011 vorliegt. Ebenso sicher ist aber, ...
  • Zinsmarkttendenz steigend bei Inflationsgefahr?
    Inflation bedeutet, dass mehr Geld im Umlauf ist und dessen Wert nicht durch Güter gedeckt ist. Das ist leider derzeit bei sehr vielen Ländern der Fall. Die Staatshaushalte haben lange Zeit von Kredit...
  • Checklisten für den Bauherrn
    Der Bau einer Immobilie – vor allem des Eigenheims – bringt viel Freude mit sich, ist aber auch mit viel Arbeit verbunden. Für den Bauherrn gilt es, das Bauvorhaben bis ins kleinste Detail zu planen u...
  • Agenda 2000
    Die "Agenda 2000" war ein umfangreich konzipiertes Reform- und Aktionsprogramm der EU mit dem Ziel, die Gemeinschaftspolitik auf die Erweiterung der EU zu orientieren. Es wurde die "Agenda 2000" auf d...
  • Sollten Versicherungen EU-weit reguliert werden?
    Recht haben ist nicht gleich Recht bekommen. Ein Autounfall ist schon in Deutschland keine schöne Sache. Hat man aber einen Unfall im Ausland, wo dann vielleicht noch der Ärger mit den Versicherungen ...