Darlehen für Studenten: heute begehrter denn je
Weil fast alle Hochschulen Studiengebühren verlangen, sind Darlehen für Studenten ein wichtiges Thema. Dabei mussten Studierende ihre Ausbildung auch in gebührenfreien Zeiten schon oft mit geliehenem Geld finanzieren.
07. 2010Es gab Zeiten in Deutschland, da konnten begabte junge Menschen die Universitäten und Fachhochschulen gebührenfrei besuchen. Das galt in der ehemaligen DDR sowieso, aber es galt auch in allen Ländern der alten Bundesrepublik. Heute ist das ganz anders. Fast überall dürfen – oder müssen – die Einrichtungen und Hochschulen, die zu einem akademischen Abschluss führen, ihre Studierenden für ihre qualifizierte Ausbildung kräftig zur Kasse bitten. Das Thema Darlehen für Studenten erreicht eine neue Qualität.
Dabei ist es eigentlich ein „alter Hut“ – zumindest in den alten Bundesländern. Denn auch in gebührenfreien Zeiten gab es aus sozial eher unterprivilegierten Familien junge Frauen und Männer, die sich ein Studium nur deshalb leisten konnten, weil es bereits in den frühen Jahren der Bundesrepublik in Form des „Honnefer Modells“ eine Studienförderung gab. Sie sollte begabten jungen Menschen aus allen Schichten die Tore zu den Hochschulen öffnen. Ein Teil der Förderung über dieses Modell wurde als Stipendium gewährt, ein anderer Teil oft nur als Darlehen. Und auch die Nachfolge-Förderung über das Bundesausbildungsförderungsgesetz – viel bekannter als BAföG – folgt der gleichen Linie: Abhängig von den individuellen finanziellen Verhältnissen kassieren die Empfänger einen Teil der monatlichen Förderung als Darlehen, das zurückgezahlt werden muss, wenn der Jung-Akademiker nach dem Studienabschluss in Lohn und Brot steht.
Inzwischen hat sich die Lage verschärft. Auch Studierende aus betuchten Elternhäusern könnten in Darlehensnöte geraten, weil sie die akademischen Weihen an einer der kostspieligen Privatuniversitäten erreichen wollen oder weil die Eltern den Zufluss aus dem Geldhahn so stark drosseln, dass die auch an staatlichen Hochschulen fälligen Semestergebühren selbst mit Nebenjob nicht aus der Portokasse bezahlt werden können und deshalb ein Vorgriff auf die Zukunft fällig ist. Zahlreiche Banken und Sparkassen bieten deshalb Darlehen für Studenten an. Man prüfe, ob die Zinsbedingungen wirklich lukrativ sind! Vielleicht lohnt sich ja der Bittgang zu den Großeltern, die ein Darlehen vermutlich zinsfrei gewähren – wenn sie können!