Die REIT-Investition ist etwas für Aktienkenner
Eine REIT-Investition bezieht sich auf Aktien, die börsennotierte Kapitalgesellschaften herausgeben. Der Schwerpunkt dieser Kapitalgesellschaften liegt bei Immobilieninvestitionen.
04. 2010Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat ihren Ursprung in Immobilienkrediten, die auf dem nordamerikanischen Markt nicht mehr bedient werden konnten, weil viele Immobilienkredite von den Banken leichtfertig ohne Prüfung persönlicher Bonität und im Vertrauen auf stets steigende Immobilienpreise vergeben wurden. Als die Hypothekendarlehen nicht mehr bedient werden konnten, kamen in den USA immer mehr Einfamilienhäuser in die Zwangsversteigerung. Die hohe Anzahl der Zwangsversteigerungen führte dazu, dass die Immobilienpreise schnell und schneller fielen. Dabei hatten alle Marktteilnehmer auf ständig steigende Immobilienpreise gesetzt und aus diesem Grund spekulativ auch Kredite an solche Kunden gegeben, die normalerweise keinen Kredit in diesem Umfang bekommen hätten.
Die REIT-Investition ist in Deutschland eine recht junge Form der Kapitalanlage, die durch die internationale Immobilienkrise nicht gerade an Vertrauen gewonnen hat. Auch in Deutschland sind große Banken durch Immobilieninvestitionen in erhebliche wirtschaftliche Schieflagen geraten, die nur durch staatlichen Eingriff gemildert werden konnten.
Wer eine REIT-Investition tätigt, kauft die Aktien einer börsennotierten Kapitalgesellschaft. Diese schöpft ihre Gewinne aus dem Immobilienhandel sowie aus Vermietung und Verpachtung von Immobilien. Dazu gehören meist größere Gebäude aus dem industriellen Bereich, aber auch öffentlich genutzte Gebäude. Viele Kommunen - auch aus Deutschland - haben Gebäude und andere immobile Einrichtungen wie Kanalnetze an Investoren verkauft und diese direkt zurückgemietet. Die Erträge solcher Kapitalgesellschaften sind steuerfrei, damit sie direkt weiter investieren können. Der Aktionär allerdings muss seine Gewinne aus den REIT-Aktien versteuern.
Die Sicherheit einer REIT-Anlage wird nur als mittelmäßig bewertet. Es ist für den Aktionär außerordentlich schwierig, das Portfolio einer Kapitalanlagegesellschaft aus eigener Kenntnis zu bewerten, da sich die Immobilien in aller Herren Länder befinden können. Der Investor gewinnt eine Anschauung seines Invests eigentlich nur aus Prospekten. Er kennt den Gegenstand seiner Investition nicht aus eigener Anschauung.