Genossenschaftsanteile: Geldanlage, die sich auszahlt
Genossenschaften sind Vereinigungen von juristischen oder natürlichen Personen mit dem Zweck, gemeinsam Ziele zu erreichen. Grundlage sind die von den Mitgliedern gezeichneten Genossenschaftsanteile.
08. 2010Robert Owen und Friedrich Wilhelm Raiffeisen waren die Vorreiter der Genossenschaftsbewegung. Ziel ihrer Projekte: die Armut, die durch die Industrialisierung entstanden war, zu lindern, den Versuch zu machen, menschenwürdige Lebensbedingungen für die Mitglieder (Arbeiter, Handwerker, Landarbeiter) zu schaffen, indem man Einkaufsgenossenschaften gründete oder auch die frühen Unternehmen als Genossenschaft führte. Der Grundgedanke ist: Was ein Einzelner nicht schafft, das kann der Zusammenschluss vieler erreichen. Diese Anfänge fanden Nachfolger: Die bäuerlichen Genossenschaften von W.F. Raiffeisen führten zu den heutigen Genossenschaftsbanken, die Einkaufsgenossenschaften zu den Konsumläden nach der Währungsreform. In Zeiten der Krise kehrt man auch zurück zum Prinzip, Unternehmen genossenschaftlich zu betreiben.
Kerngedanke des Genossenschaftsprinzips ist, dass die Mitglieder Genossenschaftsanteile zeichnen. Mit diesem Kapital kann gewirtschaftet werden. Vorteile für die Mitglieder der genossenschaftlich organisierten Banken sind die jährlich ausgeschütteten Dividenden und sie zahlen keine Kontoführungsgebühr. Es gibt darüber hinaus noch ein demokratisches Prinzip im Genossenschaftsgedanken: Die Kontrolle über die Bank (oder andere genossenschaftlich organisierte Unternehmen) liegt immer in den Händen der durch die Genossenschaft gewählten Mitglieder.
Während die Konsumläden mit der Zeit ihre Bedeutung verloren haben, ist ein weiterer Sektor genossenschaftlicher Organisation der Immobilienmarkt. Beinahe in jeder Kommune gibt es Genossenschaften als Bauträger. Auch hier zeichnet der zukünftige Mieter Genossenschaftsanteile. Je nach Lage der Dinge bekommt er – kurzfristig oder nach einer gewissen Wartezeit – eine Wohnung, die deutlich billiger ist als auf dem freien Markt. Weiterer Vorteil: Die Kosten für Sanierungen oder Reparaturen werden aus Genossenschaftsanteilen bezahlt, sind also nicht zum Teil auf den Mieter abwälzbar oder führen zu Mieterhöhungen. Letztere sind bei den Baugenossenschaften nur dann zulässig, wenn sie im Interesse der Vereinigung liegen - und darüber wachen die von der Genossenschaft gewählten Vertreter.