Immobilienanlagen versprechen viel, halten nicht alles

Immobilienanlagen sind in den vergangenen Jahren häufig ins Gerede gekommen. Der Vertrieb von "Schrottimmobilien" und die internationale Finanzkrise haben der Anlageform nachhaltig geschadet.

22. Dezember 2009

Immobilienanlagen werden von Banken, Bausparkassen und Hypothekenbanken als eine der drei Säulen einer individuellen Altersvorsorge angepriesen. In der Vergangenheit sind aber viele Anleger, die den Versprechungen der Institute vertraut haben, eines Besseren belehrt worden. Insbesondere die Vorgänge um den Vertrieb sogenannter "Schrottimmobilien" haben Hunderttausende von Anlegern getäuscht und ihnen großen wirtschaftlichen Schaden zugefügt.

Dabei ist die ursprüngliche Form der Immobilienanlage, nämlich eine Wohnung oder ein Haus in der eigenen Stadt zu kaufen und zu dann zu vermieten, mehr und mehr in den Hintergrund geraten, weil die Renditen nicht so hoch sein konnten, wie Immobilienfonds und Immobilienzertifikate sie versprachen. Dabei kann man eine Wohnung, die man zur Kapitalanlage in der Heimatstadt gekauft hat, in ihrer Qualität, in ihrer Lage und ihrem Zustand aus eigener Anschauung beurteilen.

Bei vielen Immobilienanlagen, die in Form von Fonds und Zertifikaten vorgenommen werden, hat der Anleger nichts anderes als einen Prospekt in der Hand. Eine eigene Anschauung der Immobilien, die in diesem Fond zusammengefasst sind, wird er nie gewinnen, weil er die vielen weiten Reisen dafür nicht vornehmen wird. Aber mit der Aussicht auf hohe Renditen und im Vertrauen auf die emittierenden Banken haben sich viele Investoren dazu bewegen lassen, etwas zu kaufen, was sie nie sehen. Niemand würde auf diese Art und Weise ein Auto kaufen. Doch die versprochenen hohen Gewinne der Immobilienanlagen haben nicht nur Banken, sondern auch viele Anleger blind gemacht und sie in Immobilienfonds und -zertifikate einsteigen lassen.

Wer in der seiner Heimatstadt eine kleine Wohnung kauft, diese in Eigenleistung renoviert, und sie anschließend zum Beispiel an Studenten vermietet, leistet nicht nur einen sozialen Beitrag, sondern kann damit auch eine ordentliche Rendite erzielen. Allerdings ist dies mit Mühen verbunden: Man muss sich um die Vermietung kümmern, man muss das Eigentum bei der Steuererklärung berücksichtigen und man muss Sorge tragen, dass Wohnung und Haus in einem guten Zustand sind. Dafür kann man aber ein gutes Gefühl bei dieser Form der Geldanlage haben.