Kassenobligationen – Bundesschatzbriefe in Krisenzeiten
Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten wenden sich Anleger zunehmend von spekulativen Börsengeschäften ab und legen ihr Geld in Kassenobligationen an. Diese Bundesschatzbriefe sind sowohl rentabel als auch krisensicher.
15. 2010In wirtschaftlichen Krisenzeiten reagieren Anleger verunsichert auf extreme Börsenschwankungen und befürchten, bei spekulativen Wertpapiergeschäften starke Verluste zu erleiden. Gerade dann stoßen sogenannte Kassenobligationen auf verstärktes Interesse, da sie nicht dem Börsenhandel unterliegen und somit auch nicht dem Risiko von Kurseinbrüchen ausgesetzt sind.
Kassenobligationen sind den meisten von uns unter dem Begriff Bundesschatzbriefe bekannt. Unter Bundesschatzbriefen versteht man Wertpapiere, die ab einem Nennwert von 50 Euro von der Deutschen Finanzagentur ausgegeben werden. Anders als Aktien unterliegen diese Obligationen aber nicht dem Wertpapierhandel an der Börse und werden festverzinslich notiert. Bundesschatzbriefe haben generell eine Laufzeit von sieben Jahren und werden in zwei Varianten ausgegeben, die sich hauptsächlich in der Art der Verzinsung unterscheiden. Bei Bundesschatzbriefen der Gruppe A werden die Zinsen immer nach Ende eines abgelaufenen Vertragsjahres ausgezahlt. Das hat den Vorteil, dass ein Teil des Geldes bereits vor Ablauf der Laufzeit zur Verfügung steht und auf Wunsch erneut in Obligationen angelegt werden kann. Außerdem verteilen sich so die zu versteuernden Zinsen auf die vollen sieben Jahre, sodass der Anleger seine jährlichen Freibeträge optimal ausschöpfen kann. Bei Bundesschatzbriefen der Gruppe B hingegen werden die Zinsen erst zum Ende der Laufzeit ausgezahlt. Durch die anfallenden Zinseszinsen ergibt sich nach sieben Jahren also eine deutlich höhere Rendite. Allerdings sind zum Auszahlungszeitpunkt dann auch die kompletten Zinsen zu versteuern.
Bei Kassenobligationen steigen die Zinsen mit jedem Jahr progressiv, im letzten Jahr sind sie also deutlich höher als im ersten. Dies soll Anleger motivieren, ihre Bundesschatzbriefe tatsächlich über die volle Laufzeit von sieben Jahren zu halten. Zwar können Schatzbriefe auch vor Ende der Laufzeit zurückgegeben werden, dies ist jedoch erst nach einem Vertragsjahr und nur in begrenzter Höhe möglich. Börsenexperten empfehlen Anlegern einen Wertpapier-Mix aus Schatzbriefen, Rentenpapieren und Aktien, um eine Risikostreuung bei bestmöglicher Rendite zu erreichen.