Riester-Rente: staatliche Förderung bei Privatvorsorge

Bei der Rentenreform der Jahre 2000 und 2001 wurde das Rentenniveau von 70 auf 67 Prozent gesenkt. Die Riester-Rente soll einen Anreiz schaffen, privat für den Ruhestand vorzusorgen.

04. 2010

Im Zuge der Rentenreform aus dem Jahr 2000 wurde es für die Deutschen immer wichtiger, selbst für das Rentenalter vorzusorgen, denn durch die Senkung des Nettorentenniveaus um drei Prozent wurde eine private Altersvorsorge für die meisten fast unumgänglich. Um einen Anreiz zu schaffen, wurde die sogenannte Riester-Rente eingeführt. Der ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester trat für eine staatliche Förderung der Privatvorsorge ein. Es gibt einige Berufsgruppen, die nicht davon profitieren können. So haben nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige, geringfügig versicherungsfrei Beschäftigte und Studenten, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, keinen Zugang zu den Fördermaßnahmen.

Dabei bietet die Riester-Rente einige Vorteile. Im Todesfall kann der verwitwete Ehepartner weiterhin bis zum Ende der Garantiezeit die Bezüge erhalten. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Sicherheit, denn die zertifizierten Anbieter müssen mindestens die Summe der eingezahlten Beträge garantieren, sodass ein Verlustgeschäft auf Kundenseite ausgeschlossen wird. Außerdem kann die Rente bei der Beantragung von Arbeitslosengeld eine Rolle spielen. Das "geriesterte" Kapital kann - ähnlich der Rürup- und einer Betriebsrente - nicht auf das Vermögen angerechnet werden. Es ist überdies pfändungssicher.

Wird das Rentenalter erreicht, ist eine vollständige Einmalauszahlung nicht möglich. Lediglich dreißig Prozent des Betrages können ausgezahlt werden. Alle Bezüge sind steuerpflichtig. Probleme gibt es derzeit noch auf europäischer Ebene. Für Menschen, die im Ausland wohnen und in Deutschland arbeiten, ist es weiterhin nicht möglich, von der Riester-Rente zu profitieren. Ähnliches gilt im umgekehrten Fall: Entscheidet sich ein Rentner, seinen Lebensabend dauerhaft im Ausland zu verbringen, muss er die Bezüge zurückzahlen.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass sich riestern nicht für Geringverdiener lohnt, da der letztlich zu beziehende Betrag in der Regel nicht ausreicht, die Lebenshaltungskosten im Ruhestand zu decken. Dennoch wurden mittlerweile über zwölf Millionen Riester-Verträge abgeschlossen.