Wie ein Darlehen Ausbildung möglich machen kann

Wer mit einem Darlehen Ausbildung finanzieren möchte, sollte alle infrage kommenden Angebote am Markt prüfen. Die Eltern sollten nicht aus ihrer Pflicht für die Finanzierung von Ausbildung und Studium entlassen werden.

21. Dezember 2009

Wer eine Ausbildung macht oder an einer Fachhochschule oder Universität studiert, hat einen erhöhten Geldbedarf, zumal wenn auch noch ein Zimmer am Studienort finanziert werden muss. Damit möglichst viele begabte junge Menschen eine qualifizierte Ausbildung oder ein Studium absolvieren können, hat der Staat das BAföG geschaffen, das Bundesausbildungsfördergesetz, das Schüler und Studenten fördert, aber abhängig vom Einkommen der Eltern. Man sollte meinen, dass Eltern, die oberhalb dieser Einkommensgrenzen liegen, in der Lage sein sollten, Ausbildung und Studium ihrer Sprösslinge zu finanzieren. Zumal die Grenzen für die BAföG-Gewährung flexibel sind und nicht nur der Höchstbetrag, sondern auch Staffelbeträge gewährt werden.

Weiter gibt es einen Ausbildungskredit des Bundes, der aber erst nach einer Zwischenprüfung an einer Fachhochschule oder Universität gewährt wird. Bezogen auf einen Ausbildungsabschnitt werden 7.200 € Kredit gewährt, die im Gegensatz zum BAföG in voller Höhe zurückgezahlt werden müssen. Dabei kann so vorgegangen werden, dass das Darlehen Ausbildung in einem Betrag ausgezahlt wird, es gibt aber auch Angebote am Kapitalmarkt mit einer monatlichen Auszahlung. Die Rückzahlung des Betrages kann bis auf einige Jahre nach Abschluss des Studiums gestundet werden, sodass erst dann Zins und Tilgung gezahlt werden, wenn das Studium erste berufliche Früchte trägt. Die Hausbanken und Kreditinstitute halten Informationen über Ausbildungsdarlehen bereit.

Allerdings sollte jeder Studierende sich fragen, ob eine Darlehen Ausbildung für ihn sinnvoll ist. Die Studienabbrecherquote ist recht hoch in Deutschland, die Aussichten, nach dem Studium einen gut bezahlten Arbeitsplatz zu finden, sind bei vielen Studiengängen eher bescheiden. Häufig müssen nach dem Studium einige Jahre mit schlecht bezahlten Praktika überbrückt werden, bis der Einstieg in das normale Berufsleben gelungen ist. Wann immer möglich, sollte die Familie aus ihrer privaten und gesetzlichen Verpflichtung heraus alles tun, damit ein Darlehen Ausbildung nicht aufgenommen werden muss. Dabei kann auch eine frühzeitig abgeschlossene Ausbildungsversicherung helfen.