Woher bekomme ich Rente? Berufsunfähigkeit macht Angst
Wer an Vorsorge denkt, denkt auch an Rente. Berufsunfähigkeit, so glauben viele, führt automatisch in die Rente. Seit 2001 gibt es nur noch Erwerbsminderungsrente, das kann für Betroffene große Probleme mit sich bringen.
21. 2010Irgendwann denken Menschen über ihre Alterssicherung nach. Sie überlegen, wie viel Rente sie bekommen werden und was sie tun müssen, um private Vorsorge zu treffen. Ihr Lebensstandard im Alter soll ihnen annähernd erhalten bleiben. Bei sehr viel weniger Menschen gerät ein anderes Problem in den Fokus. Es ist ebenfalls verbunden mit dem Gedanken an Rente. Berufsunfähigkeit, so meinen die meisten, führe automatisch in die Rente. Dass dem nicht mehr so ist, ist vielen Menschen entgangen. Dabei sollte gerade hier jeder Vorsorge treffen. Im Falle einer Berufsunfähigkeit brechen die Einkünfte weg, und Ersatz ist kaum zu schaffen, die Basissicherung durch den Staat ist bei Weitem ungenügend.
Für alle, die nach 1961 geborenen wurden, ist die Berufsunfähigkeitsrente ersetzt durch die Erwerbsminderungsrente. Zunächst wird festgestellt, ob der Betroffene in irgendeinem, auch nicht artverwandten, Berufsfeld noch tätig sein kann. Man legt die Stundenzahl fest, die er noch erbringen kann. Die Erwerbsminderungsrente bezieht sich dann nur auf den ausfallenden Teil. Kann also ein Arbeitnehmer noch einen halben Tag arbeiten, bekommt er auch nur die Hälfte der Erwerbsminderungsrente. Insgesamt sind die zu erwartenden Leistungen sehr gering. War der betroffene Arbeitnehmer weniger als fünf Jahre sozialversichert, dann hat er gar keinen Anspruch auf eine staatliche Rente. Berufsunfähigkeit kann einen also ganz schnell zum Sozialfall machen.
Selbst wenn man im eigentlichen Sinne keinen Beruf ausübt, also Hausfrauen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen, sollten sich Gedanken machen, was passiert, wenn sie berufsunfähig werden, sich also nicht mehr um ihre Pflichten kümmern können. Muss man jemanden einstellen, der für die Familie sorgt, sind dies zusätzliche Kosten für das private Budget. Eine Rente kommt hier nicht infrage. Auch Selbstständige, die keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen, bekommen keine staatliche Hilfe, wenn sie sich vorzeitig aus dem Berufsleben zurückziehen müssen. Das Risiko für Berufsunfähigkeit wird unterschätzt. Viele denken an Unfälle. In Wirklichkeit werden die meisten Betroffenen aber durch Krankheiten berufsunfähig, z. B. durch Rückenleiden.